Freitag, 30. Juli 2021

Nachreifen. Ignatius als Prophet Jona

Gottes Ruf ereilt nicht alle Gerufenen freiwillig. 

Ein besonders prominentes Beispiel ist der biblische Prophet Jona, der sogar versucht, vor Gottes Auftrag zu fliehen. Denn die Aussicht, sich mit einer strengen göttlichen Botschaft in Ninive unbeliebt zu machen, beflügelte ihn nicht gerade und er floh. Doch Gott fand einen Weg, um Jona umzustimmen - das ist die bekannte Geschichte des vom Schiff geworfenen, im Meer versinkenden und vom Fisch verschluckten Propheten. So rettete Gott Jona und dieser machte sich auf den Weg nach Ninive und begann erfolgreich zur Umkehr aufzurufen. 


Die Segel in den unendlichen Wind stellen. Usedom, 2021.
Ganz ähnlich erging es vor genau 500 Jahren dem Heiligen Ignatius von Loyola. Auch er hatte etwas ganz anderes vor als Gott zu dienen und Menschen für ein christliches Leben zu begeistern. Doch im Mai 1521 wurde er, damals ein ehrgeiziger junger Ritter, bei der Verteidigung der Festung Pamplona von einer Kanonenkugel am Bein verletzt. Augenscheinlich hatte Gott auch mit ihm einiges vor, denn während des Heilungsprozesses veränderte sich etwas in Ignatius. Nicht mehr Kämpfe, nicht mehr Frauen und Raufereien beschäftigten ihn nun, sondern die Frage nach dem Wohin seines Lebens.  


Wie Jona machte er sich erst nach diesem alles erschütternden Erlebnis auf den Weg mit Gott. 

Und nun konnte etwas in ihm wachsen, das vielleicht nie ausgereift wäre, hätte es ihn nicht dermaßen umgeworfen. 


Manchmal scheint Gott sich solcher Wege zu bedienen, um seine Propheten und Heiligen auf den Weg zu bringen, den wir später als ihren ureigenen Weg erkennen. Zunächst gehen sie ihn nicht freiwillig, aber mit zunehmender Einsicht reift nach, was Gott in diese Menschen gelegt hat. Und mit zunehmender Überzeugung wachsen Freiheit und Liebe. 


Auch bei dir und mir. Wir müssen nur aufmerksam dafür werden, was Gott in uns nachreifen lassen will. 




Mehr zur Umkehr des Ignatius hier.


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