Samstag, 16. Oktober 2021

„Bei euch aber soll es nicht so sein“ - Zwischen Lachen und Weinen.

Es fällt schwer, beim Evangelium des Sonntags (Mk 10,35-45) nicht bitter aufzulachen, wennJesus den beiden machthungrigen Jüngern Jakobus und Johannes entgegnet: Wenn es um Macht geht, wisst ihr, dass es überall mit Hauen und Stechen abläuft - „bei euch aber soll es nicht so sein“ (v43).

Klein anfangen. Lebus, 2021.
Zu schwer liegen (sexuell gedrehter) Machtmissbrauch und seine religiöse Ummantelung mir im Magen, als dass ich Kirche und ein „Anders als die Welt“ noch schmerzfrei zusammendenken könnte. Da müsste an Änderung von Haltungen viel mehr passieren als beim Synodalen Weg auf dem Tisch liegt - angefangen  von den leidigen Fragen, die Amt und Geschlecht betreffen bis zur veränderten Wahrnehmung von Kirche in ehemals kirchlich geprägten Gebieten. Kirchlich betrachtet braucht es sicher noch mehr empfindliche Dämpfer von außen, bis wirklich auf allen Ebenen der Groschen fällt.

Aber als Einzelperson kann ich mich fragen lassen: Wie halte ich selber es mit dem Gefühl, für andere dienend da zu sein? Welche Strippe ziehe ich nur zu gern im Hintergrund? Welche Form der Machtausübung macht mich an? Und in welche Fallen tappe ich darin immer wieder?

Und in allem: Was gibt mir das, so dass ich nicht davon lassen kann? 

Vielleicht versuche ich es doch einmal mehr, mit die Umarmung Gottes durch seinen Sohn, genügen zu lassen.

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