Freitag, 26. November 2021

Lichtschüttung. Pause. Aber vorher ein Gedicht.

In diesem Advent werde ich es hier im Internet mal etwas ruhiger angehen lassen und auf den in den letzten Jahren üblichen Adventskalender verzichten.
Die Corona-Situation mit ihrer Ungewissheit und Unplanbarkeit zehrt wahrscheinlich an allen und so auch an meinen Nerven und darüber hinaus tut es mir persönlich wahrscheinlich gut, insbesondere etwas social-media-Abstinenz zu üben. Hier auf dem Blog werden sporadisch vielleicht mal kleinere Beiträge reingehen, meist rund um die Sonntage.
Aber sonst bleibt es bei mir ruhig. 

Licht.
Stadtbibliothek Frankfurt (Oder), 2021.
Das passt momentan besser zu meiner Stimmung, eine Ausrichtung nach innen hilft mir mehr den Advent zu leben und ist eher meiner Stimmung angemessen als der Blick nach außen, nach Reaktionen von Leser:innen und Schauer:innen, nach Klick und Like.

In diesem Sinne hier ein Gedicht von Karl Krolow, in dem sich für mich die Ambivalenzen von Hoffnung und Trauer, Ärger und Schönheit auffächern.


Der Augenblick des Fensters

Jemand schüttet Licht
Aus dem Fenster.
Die Rosen der Luft
Blühen auf,
Und in der Straße
Heben die Kinder beim Spiel
Die Augen.
Tauben naschen
Von seiner Süße.
Die Mädchen werden schön
Und die Männer sanft
Von diesem Licht.
Aber ehe es ihnen die anderen sagen,
Ist das Fenster von jemandem
Wieder geschlossen worden.



Einen solchen Advent wünsche ich euch:
Voller Überraschung und Lichtwunder, voller Schönheit und Sanftheit.
Seid bereit für die Süße – aber auch dafür, dass es rasch wieder vorbei sein kann.
Dann seid nicht bedrückt, sondern bewahrt das Licht in euch.

Einen frohen Einstieg in den Advent!

 

Quelle: K. Krolow, Meine Gedichte. Frankfurt a.M. 2017, 51.

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