Sonntag, 30. November 2014

Adventskalender als Wächter

Einerseits...
Der Einstieg in die in die Vorbereitungszeit auf Weihnachten kann zur Kritik an allem Möglichen dienen. Auch ich bin skeptisch angesichts voradventlicher Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern und Weihnachtssüßigkeiten.

Ähnlich bei Adventskalendern, die wohl meist eher nicht verzichten wollendem Genuß oder kleinen täglichen Vorweihnachtsgeschenkchen als der Vorbereitung auf das kommende Fest dienen – neulich sah ich eine akoholische "Premium-Spezialität für Genießer", andernorts gilt für Kinder: "Auch der Spaß-Faktor kommt nicht zu kurz".

Wachturm, der gehalten wird.
Lobdeburg, Jena, 2014
Andererseits...
Wer sich auf das Weihnachtsereignis vorbereitet, kann ja auch schon einen Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit verkosten. Wenn in der Adventszeit nicht schon alles Pulver verschossen wird, behält der Adventskalender seine Wächterfunktion:
Er hält jeden Tag wach, dass etwas Wichtiges naht. Im Evangelium des Ersten Adventssonntags (Mk 13,33-37) ruft Jesus dazu auf: "Seht euch also vor, und bleibt wach!" (v 33)

Das Kommen Gottes ist zwar liturgisch normiert durch einen knappen Monat Vorbereitung auf das Hohe Fest, aber die alltäglich mögliche Ankunft Gottes in mir gibt dem Adventskalender seinen Sinn – wach zu halten für sein Ankommen und Wächter zu sein auf dem Weg.
Kindern und sicher auch manchen Erwachsenen hilft sicher die Reglementierung durch begrenzten Genuss, indem nur ein Türchen und nicht mehr geöffnet werden darf, damit das weihnachtliche Kommen als Ziel und Höhepunkt nicht aus dem Blick gerät. 
Eine verantwortungsvolle Aufgabe.


Nachbemerkung: Das nächtliche Wachsein wegen eines Kleinkindes ist auf Dauer zwar eine aufteilbare elterliche Pflicht, aber irgendwann übermannt der Schlaf einen doch – vielleicht eine gute Übung: "Seid wachsam" (v 37) für die Bedürfnisse des Kindes, auch wenn ihr schlaft.
Das geht nun wiederum auch ohne Adventskalender...

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