Dienstag, 17. März 2020

Bibel-Mini 3 – Im Flügelschatten Gottes

Die Corona-Krise und unser vorheriger Italien-Urlaub haben eine Folge: häusliche Quarantäne.
Als Familie „allein“ zu Haus zu sein hat natürlich eine andere Qualität als allein zu Haus zu sein.
Aber das social distancing ist in beiden Fällen sehr prägend.
Dazu gibt es aktuell viele religiös motivierte Hinweise und Tipps im Netz – von der klausurierten Ordensschwester bis hin zu geistlich-praktischen Verhaltensregeln von Johannes Hartl.

Ich nehme hier ein Psalmgebet aus Ps 57 auf, das mich gerade bewegt.
Es wird im ersten Vers David zugeschrieben, als er vor Saul in eine Höhle floh (vgl. 1Sam 22,1):

Auf dem Sofa.
Schon 2016 aufgenommen in Neukölln, Berlin.
Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig,
denn ich habe mich bei dir geborgen,
im Schatten deiner Flügel will ich mich bergen,
bis das Unheil vorübergeht.
Ich rufe zu Gott, dem Höchsten,
zu Gott, der mir beisteht.“ (v2f)

Welches Unheil erkenne ich hier in meiner momentanen Situation?
Wenn ich huste und mich frage, ob ich das Virus aus Italien mitgebracht habe, dann scheint das Unheil aus mir heraus zu kommen. In diesem Fall müssten sich andere besser vor mir bergen – oder aber ich warte zu Hause, bis sich das mögliche Unheil (hoffentlich) als unbegründeter Verdacht erweist.
Oder das Unheil ist die Isolation selber: Dann geht es nur um Geduld und gemeinsames Aushalten. Sich selbst aushalten, die Anderen aushalten, die Machtlosigkeit aushalten. Aushalten, dass mir geholfen werden muss. Dass wenig zu tun ist außer Alltagsgestaltung. Aushalten, dass der Kopf immer mal wieder freidreht.

Was tun?
Die Zeit und die Situation als Chance begreifen, in der ich Gott wieder nahekommen kann.
Mich an ihn wenden, wenn ich meine Kinder anschreien möchte. Atemholen.
Die Isolation als Geborgenheit wahrnehmen lernen, so wie es ein Vogeljunges verspürt.
Und immer wieder in die Kommunikation mit Gott zu gehen, der dabei ist und an meiner Seite steht.

Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.“ (v8)

Womit Religion und Kinderbetreuung auch hier wieder zusammengeführt wären.

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