Donnerstag, 29. November 2018

"Ankunftszeit" – Blog-Adventskalender in diesem Jahr

Dass „Advent“ auf Deutsch „Ankunft“ heißt, hat sich an vielen Stellen herumgesprochen.
Der ganze Advent feiert Gottes Ankunft und bereitet zugleich vor auf sie.

Darum lautet das Thema des Adventskalenders auf meinem Blog in diesem Jahr „Ankunftszeit“.
Wie schon im letzten Jahr wird an jedem Tag ein kurzer Impuls zu diesem Thema veröffentlicht, in diesem Jahr steht jedes Mal ein Ausschnitt aus einem (mehr oder weniger) aktuellen Roman im Zentrum.

Die Palette ist breit gefächert:
Wie sieht es aus, wenn einer ankommt? Was geschieht mit dem, der kommt? Was mit denen, bei denen er ankommt? Was geschah vorher?
Mal liegt der Fokus auf dem Weg und seiner Beschwerlichkeit vor der Ankunft, mal beim Ankommen selbst. Mal liegt er auf den Gefühlen, der Vorfreude oder der Furcht. Mal geht es um die Person, die ankommt, mal um die Personen, bei denen jemand ankommt.
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Das Wasser kommt.
Hiddensee, 2018.
Im katholischen Magazin „Melchior“ (äußerst empfehlenswert!) fand ich in diesem Jahr einen
interessanten Erlebnisbericht zum selben Thema:
Bernadette Hofmeister aus Bayern reiste als Praktikantin auf die Nordsee-Hallig Süderoog. Das bedeutete für sie: „Ans Ende der Welt und wieder zurück“.1
In ihre Reisedarstellung flicht sie immer wieder Reflexionen zum Thema „Ankommen“ ein.
Denn schon die Anreise ist eine Odyssee mit Nachtzügen, verpassten Verabredungen, zufälligen Begegnungen und einer stundenlangen Wanderung durch das Watt:

Von weitem kann man schon die Hallig erkennen und nach ungefähr anderthalb Stunden kommen wir an. Ob ich auch etwas zu trinken haben könne. Ich bin müde und erschöpft. Das Schlafen muss ich eher einfordern … Mein Selbstversuch „Ankommen“, so spüre ich deutlich, ist mit der Überwindung einer räumlichen Distanz nicht getan.2

Denn hier fühlt sie sich sehr stark herausgefordert. Die Arbeits- und Lebensbedingungen tragen ebenso dazu bei wie die schwierige Beziehung zu den Gastgebern, bei denen sie argwöhnt, dass sie selbst gar nicht wirklich auf der Hallig angekommen seien. Denn deren Bild vom Leben auf einer Hallig und die tatsächliche Erfahrung physischer und psychischer Anstrengungen stimmen nicht miteinander überein.

Das lässt sich verallgemeinern:
Oft erschweren selbstgemachte Illusionen das Sich-Einlassen auf die wirkliche Welt und damit die Ankunft mit Leib und Seele.

Der Advent will an solchen Knackpunkten helfen, dass Gott und Mensch beieinander ankommen.
Vielleicht kann der Adventskalender den einen oder anderen Impuls dazu geben.

Eine gesegnete Zeit!


P.S. Darüber hinaus wird sich auf dem Blog wenig tun - nur an den Adventssonntagen gibt es jeweils eine kurze Bildmeditation. Lasst Euch überraschen!

1   B. Hofmeister, Ans Ende der Welt und wieder zurück. In: Melchior. Nr. 9/2018, 62-65.
2   Ebd., 64.