Montag, 30. Dezember 2019

Von Umbruch und Neuanfang. Geistliche Gedanken zum Jahreswechsel

Dieser Radiobeitrag ist als eine Art Mini-Feature am 31.12. um 19:05 Uhr auf rbb Kultur zu hören. Wer viel Zeit hat, kann ihn hier lesen:


Musik 1: Leonard Cohen, "It seemed the better way" (Anfang, Instrumental)

O-Ton 1: "Was mich immer wieder umtreibt, ist, dass ich nicht nur einmal, sondern mehrfach schon Äußerungen gehört habe, in denen es hieß: "Naja, das hättste Dir ja vorher überlegen sollen, ne? Jetzt biste ja im Gefängnis, ne?"

Der Inhaftierte Winfried, der in Wirklichkeit einen anderen Vornamen hat, lebt seit mehr als zwei Jahren in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Plötzensee. Er hat die Reaktionen seiner Umwelt erlebt, die meistens nicht freundlich waren:

Und das ist so 'ne Art Abwehrhaltung gegenüber Wünschen oder Zielen, die man hier im Vollzug erreichen möchte, um einen dadurch halt zu stoppen.
Und man braucht mir nicht sagen, dass ich mir das hätte früher überlegen müssen, da ich seit zweieinhalb Jahren jeden Tag 24 Stunden drüber nachdenke und es mich quält, hier zu sein. Aber ich möchte ja auch weiterkommen, mich weiter entwickeln, mich persönlich da rausarbeiten, ja, aber es führt halt, es führt halt, es führt kein Weg da raus. Man muss die Zeit absitzen und dann schauen, wie man zurecht kommt."


Rückblick im Sonnenschein.
Treptower Park, Berlin, 2018.
Seit einigen Jahren arbeite ich als Seelsorger im Strafvollzug.
Und ich frage mich oft, wie die Männer, die hier einsitzen, nach der Haft einen guten Neustart hinbekommen können.
Ein solcher Neustart kommt ja nicht von selbst. Es braucht dazu Unterstützung, es braucht die eigene Anstrengung, es braucht vor allem viel Geduld.
Und natürlich will gar nicht jeder neu anfangen: Einige Inhaftierte sind in ihre Netzwerke oder Familien so verstrickt, dass sie sich keinen anderen Lebensweg vorstellen können. Andere kämpfen mit ihren Süchten und Abhängigkeiten und haben keinen Blick dafür, was an Neuem möglich wäre. Wieder andere resignieren, weil sie keine Hilfen für sich sehen.
Aber es gibt auch die, die wirklich neu anfangen wollen. Wie können sie es schaffen, ein Leben ohne Straftaten zu führen? Wird ihnen geholfen, sich neu zu orientieren? Hilft ihnen die Haftzeit – oder macht das Gefängnis alles nur noch schlimmer?

Einen Neuanfang wünschen sich auch viele von uns am Ende eines Jahres und zu Beginn eines neuen Kalenderjahres. Zu Silvester schauen wir zurück in das alte Jahr und planen das neue – auch inhaftierte Straftäter tun dies, vielleicht sogar noch intensiver. Wir alle wollen, dass unser Leben gelingt. Wir sichten, welche Schätze und welche Kohlen das vergangene Jahr für uns bereithielt und wir suchen Orientierungspunkte für die Zukunft.

Musik 2: Leonard Cohen, "It seemed the better way" (nur 2:06-2:23)

Wenn wir auf das große Jubiläum dieses Jahres, den 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, zurückschauen, dann zeigt sich, wie wenig die Maueröffnung vorhersehbar war. Mancher Neuanfang kann sich nur als plötzlicher Umbruch vollziehen.

Zur Zeit der ersten Leipziger Montagsdemonstrationen im Frühherbst 1989 war völlig unabsehbar, dass am Ende des Jahres die Berliner Mauer nicht mehr stehen würde. Unvorstellbar, dass DDR-Bürger frei in die Bundesrepublik reisen könnten und dass ihr damaliger Staat sich dem endgültigen Untergang näherte. Die Existenz des sozialistischen Staates, der uns heute schon so weit weg erscheint, war, auch für viele Westdeutsche, eine Realität, mit der man sich eben arrangieren musste.
Und plötzlich, in einer einzigen Nacht, kam alles ins Rutschen. Kein Wunder, dass die jubelnden Menschen an den Grenzübertrittspunkten es nicht fassen konnten und mit Tränen in den Augen "Wahnsinn!" riefen.
Die Sehnsucht nach Freiheit und der Wunsch nach Gerechtigkeit schienen auf einmal keine fernen Träume mehr zu sein.

Musik 3: Leonard Cohen "Waiting for the miracle" (ca. 2 Minuten, dann fade out)

Kehren wir zurück ins Gefängnis: Auch eine Inhaftierung ist ein Umbruch. Für viele Inhaftierte stellt sie einen sozialen Abstieg sondergleichen dar. Viele Erwartungen werden enttäuscht und auf Wunder zu hoffen, gewöhnen sich die meisten schnell ab.
Der 45jährige Thomas, den ich für diese Sendung so genannt habe, bringt es für sich auf den Punkt:

Welche Orte sind frustfrei?
Baasem, 2013.
O-Ton 2: "Ich bin enttäuscht von dem System Knast, Haft. Unter dem Deckmantel der Resozialisierung wird in der Öffentlichkeit vorgegaukelt, dass man Straftäter behandelt, dass man sie resozialisiert. Die Wahrheit ist: Es ist heute noch wie in vielen Jahren zuvor ein Verwahrvollzug. Die Justiz belügt sich selbst. Die Leidtragenden sind die Gefangenen.“

Entäuschung und Frust sind leider nicht nur im Gefängnis häufige Begleiterscheinungen nach einer Veränderung. Oftmals liegt das an der Vorstellung, die wir uns von dem machen, was kommt.
Dass man im Gefängnis ein besserer, ein sozialerer Mensch werden könnte, ist eine Vorstellung, die sich wohl sowieso nur wenige Menschen zu eigen machen. Zwar gibt es Hilfen und Unterstützungsangebote, die zur Resozialisierung beitragen sollen, aber die Verantwortung bleibt bei den Inhaftierten.
Der 54jährige Richard, auch sein Name wurde geändert, sagt über seine Zeit in Haft:

O-Ton 3: "Es widerstrebt einem. Man möchte gar nicht hier sein und jeden Tag, den Sie erwachen, erhoffen Sie sich die Erlösung. Also es geht ein ständiges, ist ein ständiges Davonrennen. Und erst wenn Sie davon lassen können und sich irgendwie finden, im Glauben oder in Lektüre, in Beschäftigung, Zeichnen, Malen, in Meditieren, dann gewinnen Sie ein Stück Freiheit dazu, nämlich die Loslösung von Ihren eigenen Zwängen und dieses Außenrum, das man so wahrnehmen kann.Es ist eine andere Art von Realität."

Freiheit gewinnen!
Das ist ein starker Impuls für viele Wünsche nach Veränderung. Und in der Sehnsucht nach Freiheit steckt auch eine enorme spirituelle Kraft; eine Kraft, die in den religiösen Traditionen gehütet und weitergegeben wird. Als Jesus von Nazareth vor fast 2000 Jahren begann, vom Reich Gottes zu predigen und von der vergebenden Liebe des Vaters, die größer ist als alle Gesetze, ging es ihm auch darum, die Menschen freier zu machen.
Wir wissen aber nicht, ob er sich vorstellen konnte, dass er am Kreuz sterben würde und dass seine Freunde, jene Männer, die er zu seinen Aposteln berufen hatte, ihn in den schlimmsten Momenten allein lassen würden.
Wir wissen auch nicht, was er heute zu den Christinnen und Christen auf der ganzen Welt sagen würde, die versuchen, in seinem Namen zu leben. Würde er sie zu ihrer Freiheit von vielen Zwängen beglückwünschen? Oder wäre er enttäuscht?

In diesem Jahr sind große Enttäuschungen besonders im Zusammenhang mit dem Jubiläum von 30 Jahren Mauerfall laut worden. Das Erstarken der AfD in Ostdeutschland führte zu viel Unruhe und Missstimmungen. Aber auch die Nachgeschichte der Wende von 1989 wurde aus dem zunehmenden zeitlichen Abstand noch einmal neu angeschaut. Dass ostdeutsche Lebensentwürfe, ja ganze Bildungsbiografien abgewertet wurden, dass die schwierigen Lebensumstände in einer Diktatur unverstanden blieben und dass die Wirtschaft im Osten so radikal abgewickelt wurde, betrachten mittlerweile viele sehr kritisch.
Die errungenen Freiheiten des Aufbruchs von 1989 treten gegenüber den Enttäuschungen nach der Wende leider in den Hintergrund.

Musik 4: Leonard Cohen, "Steer your way" (fade out bei 1:52)

Wenn wir über Neuanfänge nachdenken, müssen wir uns jedoch auch die Frage stellen, wem wir überhaupt einen Neuanfang zugestehen.

Blick hinauf am Alex.
Fernsehturm, Berlin-Mitte, 2019.
Im Wendeherbst 1989 warf man manchen Vertretern des Alten Regimes vor, sich als Trittbrettfahrer illegitimerweise an die Seite der Demonstranten zu stellen. Christa Wolf beispielsweise kritisierte in ihrer Rede während der Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November 1989, dass diese Wendehälse die Glaubwürdigkeit einer neuen Politik am meisten blockierten. Ein Redner wie der Stasi-Mann Markus Wolf kam wegen des Pfeifkonzerts kaum zu Wort und Günter Schabowski, immerhin Mitglied des SED-Politbüros, wurde ausgebuht, als er davon sprach, verloren gegangenes Vertrauen wiedergewinnen zu wollen.
Um Vertrauen zu werben ist schon schwer, aber einmal verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen ist nahezu unmöglich.

Strafgefangene können ein Lied davon singen, wenn sie nach der Haft wieder im Alltag ankommen wollen. Ihr vorheriges Leben können sie nicht abschütteln, ihre Haftzeit ebensowenig. Die Mauern, durch die sie während der Haft von der Gesellschaft getrennt wurden, bestehen auf andere Weise weiter, wie der Inhaftierte Thomas schmerzlich erfahren musste:

O-Ton 4: "Wenn in manchem Kopf eine Mauer fallen würde, wenn Vorurteile fallen würden, wäre einiges erträglicher. Und als ehemaliger Ossi muss ich sagen: Die Mauer, die heute existiert vor einer JVA schirmt alles das ab, was man nicht haben möchte. Und hinter dieser Mauer ist das, was man nicht sehen möchte. Bedeutet: Die Gefangenen werden von der Gesellschaft bis heute nicht wahrgenommen."

Einen Neuanfang für jene zu ermöglichen, die in der Gesellschaft keinen Platz mehr haben – das hatte sich auch Jesus zur Aufgabe gemacht. Immer wieder umgab er sich mit "Zöllnern und Sündern", wie die Bibel berichtet. Er berührte die Aussätzigen, die unberührbar außerhalb der Städten bleiben mussten. Er gab der Frau, die man wegen eines Seitensprungs anklagte, eine zweite Chance. Und er riss jene, die er als seine Jünger um sich haben wollte, aus ihren alten Bindungen, um sie in ein neues Leben zu führen.
Für alle sollte ein Neuanfang möglich werden! Nicht nur für besonders Fromme oder für Berufsreligiöse. Sondern gerade für die, die den Neuanfang besonders nötig haben und denen es niemand zutraut, dass sie es wirklich schaffen. Heute sind es vielleicht jene ohne Schulabschluss, die, die auf den Straßen der Großstädte gestrandet sind, die Drogenabhängigen, die einsam in ihrer Wohnung Verkümmernden. Oder eben die Gefangenen.
Sie alle haben den neuen Anfang besonders nötig – und für sie ist er besonders schwer.

Musik 5: Leonard Cohen, Steer your way (ab 2:40)

Wenn ein Neuanfang schwer ist, dann liegt das natürlich nicht nur an "den Anderen", die das nicht zulassen wollen.
Nein, es liegt auch an jedem selbst. Denn selbst das Angebot eines Anfangs anzunehmen bedeutet eine Mühe, ja man könnte sogar von Arbeit sprechen.
Jesu Jüngern wurde das nach den biblischen Geschichten immer dann bewusst, wenn sie trotz ihrer engen Beziehung zu ihrem Lehrer und Rabbi Jesus und trotz seiner moralischen Ermahnungen immer wieder zuerst an sich selbst dachten. Hatten sie nichts gelernt, obwohl sie schon Monate mit ihrem Meister umherzogen? Einen neuen Anfang hatten sie mit Jesus gemacht – und waren doch die Alten geblieben.
Aber auch wer sich nur fürs neue Jahr Vorsätze macht, weiß das.
Es ist schon eine Leistung, wenn wir nach ein paar Wochen immer noch dran bleiben. Nur zu oft haben haben wir uns in unseren Meinungen und Gewohnheiten, in unseren alten Verhaltensweisen und Reaktionsmustern bequem eingerichtet.
Der Inhaftierte Richard hat das für sich so ausformuliert:

Gefängnis?
Neukölln, Berlin, 2018.
O-Ton 5: "Mein Gefängnis ist meine Meinung, meine Ansicht, meine Rechthabereien und meine Verbitterung. Es ist mein Angstpunkt, um welchen herum ich lebe bzw. um welchen mein Leben kreist.
Mein Gefängnis ist mein Körper, der immer will, die Verpflichung, die ich eingehe und meine Süchteleien. Es ist mein Wollen und meine Egozentrik.
Mein Gefängnis sind die Mauern der Abgrenzung und die Erwartung von Liebe und Fairness. Punkt."

Aus diesen inneren Gefängnissen auszubrechen, ist wahrscheinlich genauso schwierig wie die Mauern eines typischen Berliner Knasts zu überwinden.
Oder positiv ausgedrückt: Es ist schwer, aber nicht unmöglich.

Musik 6: Leonard Cohen, "Bird on a wire"

13: Es ist eine banale Weisheit, dass jede und jeder den je eigenen Weg durchs Leben finden muss. Dabei ist es aber gar nicht so einfach zu erkennen, was diesen ganz persönlichen Weg wirklich ausmacht. Winfried beschreibt es so:

O-Ton 6: "Ich werde nach meiner Haftzeit versuchen, nur noch auf mein Herz zu hören und auf meine Bedürfnisse zu achten und mich nicht nach dem Kapital orientieren, sondern nach meinem Herzen."

Das wäre doch wunderbar: Nicht fremdbestimmt zu sein, sondern die eigenen Anfänge selbst zu setzen. Nicht über sich selbst zu stolpern, sondern mutig geradeaus zu gehen.
Doch oft genug wohnen Sehnsucht nach Veränderung und Angst vor dem Neuen zugleich in einem Herzen. Dann muss man sehr genau hinhören, was wirklich dran ist. Und das ist keine geringe Herausforderung!
Denn um zu wissen, was jetzt gerade für mich dran ist, muss ich auch wissen, wo ich stehe und wo ich herkomme.
Das Vergangene einfach zu vergessen ist keine Lösung.

In Deutschland kommen wir bei dieser Frage aus ganz verschiedenen Richtungen. Der Mauerfall vor 30 Jahren und seine Folgen waren im November vielfach medial präsent. Aber abgesehen von diesem besonderen Datum ist es sehr schwierig, auf ostdeutsche Geschichte zu treffen.
Wenn ich in Zeitung oder Fernsehen auf die deutsche Geschichte, ihre Politik und ihre Kultur hingewiesen werde, höre ich ganz selbstverständlich nur westdeutsche Namen. Repräsentanten mit ostdeutschen Biographien sind viel weniger bekannt. Vor allem in der Literatur und in der Kunst ist das offensichtlich.

Die Geschichte der alten Bundesrepublik versteht sich als der Normalfall, DDR-Geschichte dagegen erscheint als der absurde Sonderfall.
Aber wenn von "unserem" Deutschland der 80er Jahre die Rede ist, dann ist das für mich als einem Ostdeutschen nicht die alte BRD. Ich habe andere Erinnerungen und Erfahrungshintergründe. Nur kommen die in der öffentlichen Wahrnehmung nicht vor.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Meine persönliche Identifikation mit der Berliner Republik ist groß. Ich bin glücklich, dass ich im vereinten Deutschland lebe.

Aber aus dem öffentlichen Vergessen der untergegangenen DDR kann nur schwer etwas gutes Neues wachsen.
Die Erinnerung ist auch ein Zeichen der Wertschätzung für das Gelungene. Und natürlich eine Mahnung, welch wichtige Errungenschaften Demokratie und Rechtsstaat sind.

Keine DDR mehr da.
Humboldt-Forum, Berlin-Mitte, 2019.
Die mahnende Erinnerung an das, was früher war, ist auch für das Leben von Richard wichtig geworden:

O-Ton 7: "Ich wünsche mir, dass ich nicht, dass ich diesmal nicht vergesse, was ich hier drin gelernt hab. Sonst hab ichs immer vergessen. Sobald man über die Schwelle tritt, ist alles futsch, ist alles vorbei und verdrängt. Ich wünsche mir, dass ich das mitnehmen kann."

Das wünsche ich auch Ihnen im neuen Jahr:
Dass Sie im Rückblick nicht vergessen, was Sie weitergebracht hat!
Und dass Sie dem Rat des Inhaftierten Richard folgen können und dasjenige ins Neue Jahr mitnehmen, was im vergangenen Jahr gut und wegweisend war.
Kommen Sie gut durch die Umbrüche des Lebens! Und wenn Sie vor einem Neuanfang stehen, wünsche ich Ihnen die nötige Entschlossenheit. Aber bleiben Sie trotzdem gelassen und geduldig! Wem darüber hinaus Religion und Glaube wichtig sind, der kann dabei auch auf himmlische Unterstützung bauen. Denn das ist die Erfahrung vieler Generationen vor uns: es ist von einem tiefen Sinn, den göttlichen Segen auf mein Tun und Lassen herabzurufen: dass er mir hilft, mein Leben gut zu bewältigen, vor allem dann, wenn Veränderungen anstehen.
Michael Kessler hat diese Segenshoffnung in einem Gedicht in Worte gefasst. Es handelt vom Gott des Aufbruchs. Ich wünsche Ihnen mit diesen Gedanken gute Stunden im zu Ende gehenden Jahr und Kraft und Ideen für das Neue Jahr 2020. Möge es für Sie zu einem segensreichen Jahr werden.

Du Gott des Aufbruchs,
segne uns,
wenn wir dein Rufen vernehmen,
wenn deine Stimme lockt,
wenn dein Geist uns bewegt
zum Aufbrechen und Weitergehen.

Du Gott des Aufbruchs,
begleite und behüte uns,
wenn wir aus Abhängigkeiten entfliehen,
wenn wir uns von Gewohnheiten verabschieden,
wenn wir festgetretene Wege verlassen,
wenn wir dankbar zurückschauen
und doch neue Wege wagen.

Du Gott des Aufbruchs,
wende uns dein Angesicht zu,
wenn wir Irrwege nicht erkennen,
wenn uns Angst befällt,
wenn Umwege uns ermüden,
wenn wir Orientierung suchen
in den Stürmen der Unsicherheit.

Du Gott des Aufbruchs,
sei mit uns unterwegs zu uns selbst,
zu den Menschen, zu dir.
...

(Michael Kessler, in: Gotteslob No. 13.5)

Musik 7: Leonard Cohen, Hallelujah.

Irgendwie aufwärts.
Neukölln, 2019.

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